Limen

ein seltsames und beunruhigendes Zusammentreffen zweier Menschen im Schnee 

Limen – (lateinisch, die Schwelle) kennzeichnet die Stelle des Zugangs und des Übergangs. Ursprünglich frei inspiriert von Franz Kafkas Prosatext „Vor dem Gesetz“ stellt Limen in seinem kurzen, dichten Szenario das Zögern, die gefühlte Ambivalenz einer Grenzüberschreitung in den Mittelpunkt.

Gerade als es aufhört zu schneien, erwacht ein eiskalter Wanderer zum Leben. Ein langer Weg liegt noch vor ihm. Doch plötzlich erscheint ein Unbekannter, eine dunkle Gestalt und stellt sich ihm in den Weg. Dieser  Schatten versucht seine Macht mit einem eindeutigen Schweigen zu demonstrieren. Der Wanderer schwankt zwischen Angst und Rebellion.

„In den Stücken von C.U. Gebert agieren die Puppen oder die Objekte wenig, C.U. Geberts Stücke sind vielmehr choreographisch als erzählerisch. Dem Künstler geht es darum, zu dem Innersten der Objekte oder Formen zu gelangen und diese Innerlichkeit im irrealen Raum der Bühne erscheinen zu lassen. Geberts Puppen schwanken zwischen An- und Abwesenheit. (…) und appellieren an unsere Fähigkeit zu glauben oder zu erahnen, dass es etwas anderes Unsichtbares gibt.“

Renaud Herbin

„C.U. Geberts Stücke sind kurz, zeigen das Wesentliche, sprechen das Gefühl an und bleiben einem noch eine gewisse Zeit in den Gedanken. So, als wollten sie sich mit den Erfahrungen des Zuschauers zusammentun und von ihm nach eigenem Ermessen ausgeschmückt werden. Jedes Mal setzt Gebert dieses Gedanken- Spiel in Gang. Das ist schon eine besondere Kunst. Die Inszenierungen (...) sind optisch immer in Dunkel getaucht, jedoch nie kalt. C.U. Gebert führt die selbst erschaffenen Puppen für den Betrachter fast unsichtbar aus dem Hintergrund. So sorgfältig wie die Puppen für Limen gebaut sind und bewegt werden, würden sie auch als Darsteller im Animationsfilm eine gute Figur abgeben.“

Lucía Tirado - Neues Deutschland

Konzeption/Regie/Spiel: C.U. Gebert

Künstlerische Beratung: Ursula Gebert, Gabriel Hermand-Priquet

Musik: Ulrich Kodjo Wendt, Mark Badur

Bühne/Puppen: C.U. Gebert

Licht: C.U. Gebert, Paul Friedrich

Kostüme: Sonja Albartus, C.U. Gebert

Koproduktion: Schaubude Berlin

Gefördert durch: Fonds Darstellende Künste e.V.

Dauer: 20 min (ohne Worte)

 

Limen kann in Kombination mit Anubis oder  Cocon  gezeigt werden.