Anubis

eine lyrische und humorvolle Reflexion über die Sterblichkeit

Der Gott Anubis, Richter der Toten im alten Ägypten, führt die Seelen in die Unterwelt. Er ist der Herr der Höhlenöffnung, welcher das Totenreich beschützt und beim Totengericht die Herzen auf die Waage der Maat legt.

Es ist ein Wandeln zwischen Diesseits und Jenseits – es knarrt, wenn Anubis in seinem Boot über die Bühne schwebt und über den Fluss setzt, um die Seelen ins Totenreich zu holen, wie es seine Bestimmung ist. Neugierig blickt er um sich in seinem Mantel mit Kapuze. Dieser Gott ruht mit seiner Einsamkeit in sich. Beinahe selbstverliebt tanzt er und hat dabei sogar etwas Schalkhaftes. Mit wenigen Worten, rätselhaften Bildern, filigranen Gestalten umkreist Anubis die Themen Unterwelt und Seelenwanderung und lotet mit sparsamsten Mitteln auf assoziative, poetische Weise die Grenzen zwischen Leben und Tod aus.

Wir werden Zeugen eines Totenrituals, indem sich ägyptische Mythologie und die romantische Dichtung Hugo von Hofmannsthal zwanglos ergänzen.

„Wirf dies ererbte Graun von dir!
Ich bin nicht schauerlich, bin kein Gerippe!
Aus des Dionysos, der Venus Sippe,
Ein großer Gott der Seele steht vor dir.
Wenn in der lauen Sommerabendfeier
Durch goldne Luft ein Blatt herabgeschwebt,
Hat dich mein Wehen angeschauert,
Das traumhaft um die reifen Dinge webt;...“

„Ein Zauber. Anders lässt es sich nicht erklären, warum man sich nach diesem Stück über den Tod gut fühlt. C.U. Gebert, bekannt durch eine leise Art, dunkle Dinge in ein bisher nicht gekanntes Licht zu setzen, vollbringt dieses Kunst-Stück in der Inszenierung Anubis.“

Lucía Tirado, Neues Deutschland

Konzeption/ Regie/ Spiel: C.U. Gebert

Künstlerische Beratung: Ilka Schönbein, Gabriel Hermand-Priquet

Musik: Ulrich Kodjo Wendt, Mark Badur

Bühne/ Puppen: C.U. Gebert

Kostüme: Sonja Albartus, C.U. Gebert

Koproduktion: Schaubude Berlin

Unterstützung: T-Werk Potsdam, Brotfabrik Berlin

Dauer: 30 min

 

Anubis kann in Kombination mit Limen oder Jakusch gezeigt werden.